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Zusammenfassung: Dieses Stück versucht die Frage zu beantworten: Würde Jesus heute geboren werden, wo würden wir das Baby finden?
Schauplatz die Hauptstadt eines kleinen Landes.
Stil: Humorvoll   Dauer: 12min

 


Figuren
3 Weise Typen
Passant,-in
Oberbürgermeister
Hotel-Rezeptionist
Hebamme
Punker
Mitarbeiter der Stadtmission
Maria und Josef
Andere Straßenkinder

 

Skript

(Auftritt 3 Weiser Typen auf BMX-Rädern oder Mountainbikes, tragen rhythmisch vor:)
Wir sind 3 Typen aus Neuseeland,
bringen Geschenke und sind schon weit gereist.
Durchqueren die Cook Straße, immer weiter bis zum Tagesanbruch,
ach, wären wir bloß mit dem Auto gekommen.
Oh, wundervoller Stern, mächtiger Stern.
Anmutiger Stern, es wird schon gutgehen.
Prachtvoller Stern, das ist die ganze Geschichte,
wir folgen jenem Stern.
(Sie halten an.)
Typ 1: Also, wenn uns der Stern hierher geführt hat, wo genau sind wir?
Typ 2: Keine Ahnung. Aber die Anweisungen waren erstmal auch ziemlich ungenau. (Zieht einen Zettel aus der Hosentasche und liest) „Erster Stern rechts und dann immer der Nase nach.“
Typ 3: Du Idiot, falsches Stück. Wir suchen einen Baby-König, nicht Peter Pan.
Typ 2: Uuups, Moment… (sucht wieder in seinen Taschen und holt einen zweiten Zettel heraus) „Folgt dem Stern und ihr werdet einen Baby-König finden, der die Menschheit regiert.“
Typ 3: Besser, aber auch nicht wirklich gut.
Typ 2: Das ist das Geheimnis guter Propheten. Mach‘ es vage genug und etwas davon wird schon passen.
Typ 1: Sei nicht so zynisch. Du hast dich so darauf gefreut, mit der Suche zu beginnen. Wir sind fast da, also hört auf zu nörgeln und packt eure Sachen. Lasst uns die Einheimischen fragen, die müssen etwas gehört haben. (Er hält einen Passanten an.)
Entschuldigen Sie, mein Herr/ meine Dame. Wir haben gehört, dass in Ihrer Stadt ein Baby-König geboren worden ist und sind auf der Suche nach ihm. Können Sie uns vielleicht sagen, wo wir ihn finden?
Passant: Ein Baby-König? Davon habe ich nichts in den Fernsehnachrichten gesehen. Sind Sie sicher, dass Sie hier richtig sind?
Typ 2: Der Star hat uns hierher geführt.
Passant: Ein Star! Welcher Star war das denn? Dustin Hoffmann? Robin Williams? Julia Roberts?
Typ 3: Worüber sprechen Sie? Sind Sie sich sicher, dass Sie im richtigen Stück sind? Wir suchen nach einem Baby-König.
Passant: Darüber weiß ich nichts. Vielleicht sollten Sie es im Büro des Bürgermeisters versuchen. Die erste rechts und dann immer…
Typ 2: … immer der Nase nach, wissen wir schon. Vielen Dank.
(Passant ab, 3 Weise gehen auf der Bühne im Kreis; während dieser bzw. weiterer Umbauphasen kann ein Weihnachtslied von den Zuschauern/dem Chor gesungen werden; 3 Typen erreichen die Tür des Bürgermeisters, sie klopfen)
Bgm.: Hallo, kann ich Ihnen behilflich sein?
Typ 1: Sind Sie der Bürgermeister dieser Stadt?
PM: Laut der aktuellsten Gallup-Meinungsumfrage bin ich die am meisten bevorzugte Person, um das Amt des Bürgermeisters zu bekleiden, ja.
Typ 2: Wir haben gehört, dass in Ihrer Stadt ein Baby-König geboren wurde, und wir versuchen ihn zu finden.
Typ 3: Wir möchten ihm ein paar Geschenke bringen.
PM: Ein Baby-König? Sie suchen einen Baby-König? Lesen Sie denn nicht die Meinungsumfragen?
Typ 1: Nein, wieso?
Bgm.: Die aktuellste Gallup-Umfrage zeigt, dass 51,5% der Bevölkerung dieses Landes eine Republik werden wollen. Die Leute wollen keinen König oder keine Königin mehr. Und in meiner gestrigen Rede vor dem Westhaven Rotary Club habe ich auf der Basis dieses Mandats dafür plädiert, uns aus der Wahrung eines überholten Systems zu führen, hinein in eine neue Ära, in der wir über unser Schicksal selbst entscheiden und eigenständig unsere Identität formen.
Typ 2: Kein Baby-König, hm?
Bgm.: Ganz sicher nicht. Jedem König steht es natürlich frei, sich für den Immigrantenstatus zu bewerben, wird jedoch genauso behandelt werden wie jeder andere Bewerber.
Typ 3: Wo sonst könnte sich eine Majestät in dieser Gegend während eines Besuchs aufhalten?
Bgm.: Ich denke, Sie könnten es im Park Royal Hotel versuchen. Ich hoffe, Sie mögen das kleine Wortspiel. Meinungsumfragen zeigen, dass 65% aller Erwachsenen einen Bürgermeister mit Sinn für Humor bevorzugen. Einen schönen Tag noch und vielen Dank, dass Sie mich gewählt haben.
Typ 1: Schönen Tag. (Sie wenden sich zum Gehen) Eine Republik! So viel wissen die Leute hier also über den Baby-König.
(Sie gehen im Kreis, kommen im Park Royal Hotel an)
Rezeptionist: Willkommen im Park Royal Hotel, meine Herren. Kann ich Ihnen helfen?
Typ 1: Wir suchen einen Baby-König. Wir haben gehört, dass er in dieser Stadt geboren wurde. Ist er vielleicht hier geparkt?
Rezeptionist: Seien Sie hier besser vorsichtig mit solchen Späßen, guter Mann. Wir haben den Letzten, der es gewagt hat, bestraft, indem wir ihn zum Bürgermeister gewählt haben.
Typ 2: Entschuldigung. Dummheit scheint in dieser Stadt eine furchtbar ansteckende Krankheit zu sein.
Rezeptionist: Verzeihung?
Typ 2: Stattgegeben. Aber können Sie uns nun bitte sagen, ob wir hier den Baby-König finden?
Rezeptionist: Keiner ist angekommen, seit ich im Dienst bin, und meines Wissens nach hat auch vorher keiner eingecheckt. Aber lassen Sie mich im Verzeichnis nachsehen. (Sieht in einem Buch nach) Mal sehen. Wir haben einen King… Rex…Royaume…Regent….aber keinen König.
Typ 3: Was ist mit dem Stall?
Rezeptionist: Bitte?
Typ 3: Benutzt irgendjemand den Stall?
Rezeptionist: Stall? Wir haben keinen Stall. Wir haben eine Tiefgarage, aber heutzutage reist doch niemand mehr mit einem Pferd. Wieso denken Sie, wir hätten einen Stall?
Typ 3: (murmelnd) Nur etwas, dass ich mal in einer Geschichte gelesen habe.
Rezeptionist: Es sieht aus, als könnte ich Ihnen nicht helfen, meine Herren. Und leider kann ich Ihnen auch kein Zimmer anbieten, wir sind komplett ausgebucht.
Typ 3: Wenigstens der Teil ist richtig.
Typ 1: Können Sie uns irgendeinen anderen Ort empfehlen, an dem wir vielleicht den Baby-König finden?
Rezeptionist: Ich denke, der offensichtlichste Ort, um ein Baby zu finden, ist die Geburtsklinik. Warum versuchen Sie es nicht dort?
Typ 1: Es gibt Momente, in denen übersehen sogar wir weisen Typen das Offensichtliche. Vielen Dank. Los geht’s, Leute. Auf in die Klinik!
(Sie nehmen ihre Räder und fahren im Kreis; Ankunft in der Geburtsklinik, die Türen sind geschlossen, am Eingang hängt ein Schild, sie sehen es sich an)
Typ 2: Was steht da? „Für Zutrittserlaubnis nach Dienstschluss bitte Knopf drücken“ Los geht’s. (Er drückt den Knopf) Hoffentlich ist das der letzte Ort, den wir abklappern müssen.
(Hebamme öffnet die Tür)
Hebamme: Kann ich Ihnen helfen?
Typ 1: Das hoffe ich sehr. Wir sind weit gereist auf der Suche nach einem Baby-König, von dem wir gehört haben, dass er in Ihrer Stadt geboren wurde, aber niemand scheint zu wissen, wo er untergestellt …ähm… untergebracht ist. Ist er hier?
Hebamme: Ist einer von Ihnen der Vater?
Typ 3: Um Himmels Willen, nein. Wir wollen ihm bloß ein paar Geschenke bringen.
Hebamme: Wenn das so ist, kann ich Sie nicht reinlassen. Nur Vätern wird nach Dienstschluss Zutritt gewährt. Besuchszeiten für andere sind täglich von 14-16 Uhr und von 19-20 Uhr. Und (stark betont) es sind maximal 2 Besucher pro Patientin erlaubt.
Typ 1: (aufgeregt) Also ist er hier! Nach unserer langen Suche haben wir ihn endlich gefunden! Bitte, wir müssen den Baby-König sehen!
Hebamme: Es tut mir leid, aber Regeln gibt es immer aus einem bestimmten Grund und eine unserer Regeln ist es, Müttern nach der Geburt ihrer Kinder ausreichend Ruhe zu gewähren. Besucher können für Mutter und Kind sehr ermüdend sein.
Typ 2: Aber der Baby-König. Wie ist er? Wie sieht er aus?
Hebamme: Sie hören wohl nicht auf mit Ihrem Baby-König, oder? Also, wenn es das ist, wonach Sie suchen, sind Sie am falschen Ort. Hier gibt es keinen Baby-König.
Typ 3: Aber Sie haben doch gerade gesagt…
Hebamme: Ich habe nichts dergleichen gesagt, ich habe lediglich die Regeln erklärt. Gute Regeln machen eine gute Institution aus.
Typ 3: Aber er muss hier sein. Wir haben überall gesucht und wir wissen nicht, wohin wir noch gehen sollten.
Hebamme: Also ich kann Ihnen nicht weiterhelfen. Vielleicht sollten Sie es auf dem Polizeirevier versuchen. Gute Nacht.
(Sie schließt die Tür. Die 3 Typen sehen sich hilflos an und wissen nicht, was sie tun sollten.)
Typ 3: Ich bin hungrig.
Typ 2: Und müde. Lasst uns nach einem Ort suchen, wo wir die Nacht verbringen können.
Typ 1: Aber wo? Wir haben kein Geld mehr, nur diese Geschenke, die wir dem Baby mitgebracht haben.
(Ein obdachloser, junger Punker kommt daher)
Typ 1: Hey, Junge, wo können 3 Typen ohne Geld etwas zu essen bekommen?
Typ 2: Und einen Schlafplatz.
Punk: Kommt mit, ich bin gerade auf dem Weg zur Stadtmission. Dort verteilen sie Gratismahlzeiten und man kann übernachten, wenn man sonst gar nichts hat.
Typ 3: Hört sich sehr gut an. Führen Sie uns dorthin, edler Herr.
(Sie gehen im Kreis, Auftritt Mitarbeiter der Stadtmission, anderer Straßenkinder, Maria, Josef und Baby)
Punk: Hier wären wir. Das ist die Stadtmission. (Sie klopfen.)
Mitarbeiter: Hi, wie kann ich euch helfen?
Punk: Ich hab‘ diese Typen unten am Stadtplatz aufgegabelt. Wir brauchen alle was zu essen und ein Bett für heute Nacht.
Mitarbeiter: Herrje, heute Nacht wird es ganz schön voll. Jeder scheint mit seinem Esel von überall hergekommen zu sein. Vielleicht müsst ihr auf dem Boden schlafen. Das letzte Bett habe ich eben einer jungen Frau zugewiesen, die gerade ein Baby bekommen hat. Sie war kaum durch die Tür, da mussten wir schon einen Arzt rufen. Aber es scheint ihr so weit gut zu gehen.
Typ 1: Haben Sie gerade Baby gesagt?
Mitarbeiter: Jap, ein kleiner Junge.
Typ 2: Ein Baby-König?
Mitarbeiter: Also bestimmt ist er gerade der Herr im Haus.
Typ 3: Wir haben ein paar Geschenke, die wir ihm gerne geben möchten.
Mitarbeiter: Oh, das ist schön, weil ja heute auch noch Weihnachten ist. Kommt rein.
(Sie treten ein, knien vor Maria, Josef und dem Baby und geben ihnen die Geschenke)


© John McNeil 1989, übersetzt von Christina Hoefler, Alle Rechte vorbehalten
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